Die Vorgeschichte – Geburtsbericht (Teil 1/3)

Die ganze Schwangerschaft über stellte ich mir die Fragen,
Wie wird es sein?
Werde ich es schaffen?
Werde ich eine PDA brauchen?
Wie ist so eine Wannengeburt?
Finde ich eine Wanne dann in dem Moment immer noch so entspannt wie sonst?
Tausende von Fragen waren in meinem Kopf und natürlich auch die Angst vor den Schmerzen. Das wichtigste war mir aber immer eine natürliche Geburt, nie im Leben wollte ich einen Kaiserschnitt und habe absolut nicht verstanden wie Frauen sich so etwas freiwillig antun können. Aber dann kam alles anders.

Mitte der 20. Schwangerschaftswoche musste ich ins Krankenhaus, weil mein Blutdruck zu hoch war. Das kleine Füchschen (wie wir Sie liebevoll genannt haben bevor wir einen Namen hatten) lag nicht in Schädellage aber das stellte ja kein Problem dar, denn es war ja noch sehr viel Zeit bis zur Geburt und beim letzten Ultraschall lag sie ja auch in Schädellage. Das wird schon werden, sagte ich mir.

Nicht nur meine Frauenärztin auch meine Hebamme sprachen das Thema Kaiserschnitt an und meinten wir sollten uns darüber Gedanken machen. Ich nickte immer und meinte „Ja, wenn es so sein soll, dann kommt es so. Das ist doch kein Problem!“ Aber das stimmte nicht. Abends brach ich in Tränen aus, ich hatte mir doch nichts sehnlicher gewünscht als eine spontane Geburt und jetzt unterhalten wir uns über einen Kaiserschnitt?

Wir unterhielten uns lange und viel darüber, fast täglich. Ständig fragten wir uns, ob das wirklich nötig wäre. Denn es ist schließlich nur eine Beckenendlage (BEL). Früher konnten sie so etwas nicht feststellen und haben die Kinder ganz normal auf die Welt gebracht. Gut! Dann schaffen wir das auch! Ich werde sie spontan gebären trotz BEL, dem war ich mir sicher. Also machten wir uns auf den Weg in unser Wunschkrankenhaus.

 Die Krankenhauswahl

Wir gingen zu unserem Wunschkrankenhaus, um uns anzumelden und den Geburtsplan zu besprechen. Schließlich wollte ich bescheid geben, dass ich mir gern eine Wannengeburt und ein Familienzimmer wünsche. Ich erzählte von meinen Wehwehchen, die die Schwangerschaft so mit sich brachte (Ischiaschmerzen und Bluthochdruck) und von der BEL. Die Hebamme die dort mit uns saß schaute auf einmal skeptisch. „Also wenn sie eine BEL haben würde ich einen Kaiserschnitt empfehlen“ Ich sagte das ich aber eine spontane Geburt wolle und ob das nicht auch möglich wäre. Für die Hebamme kam diese Option jedoch überhaupt nicht in Betracht, denn das Krankenhaus hatte keine Neointensivstation und im Notfall auch keine Ärzte die genug Erfahrung hätten. Und sie meinte das meine Voraussetzungen mit dem Bluthochdruck auch sehr suboptimal wären.

So da standen wir jetzt, mit der Aussage die wir nicht wollten. Und das in dem Krankenhaus wo doch sonst alles passte, wir fühlten uns wohl und die Aussicht auf ein Familienzimmer war auch sehr gut.
Wir entschieden uns noch in ein anderes Krankenhaus zu fahren. Dort klang alles ganz anders, sie fanden es gut das wir keinen Kaiserschnitt machen wollten. Die Ärztin redete eine Stunde mit uns, machte noch mal einen Ultraschall und meinte der Bluthochdruck wäre kein Problem, schließlich sei ich ja auch mit Medikamenten eingestellt. Das klang doch alles super! ABER da kam es dann, das komische Gefühl. Ich fühlte mich in dem Krankenhaus einfach nicht wohl. Die Hebammen die ich getroffen hatte, waren sehr unfreundlich, zeigten kein Einfühlungsvermögen und waren total gestresst (obwohl ich die einzige im Kreissaal war und nur ein CTG gemacht wurde).

Also fuhren wir erst einmal wieder los. Das anstehende Wochenende war stressig (Einschulung meiner Schwester), so dass wir gar nicht viel über das Geschehene nachdenken konnte. Alle mit denen wir am Wochenende geredet hatten, waren fest der Meinung wir würden einen Kaiserschnitt machen aber das wollte ich doch überhaupt nicht und mein Mann auch nicht. Ich fühlte mich absolut nicht verstanden! Ich wurde immer verzweifelter und unsicherer.

Die Hebammen und auch die Ärzte, im Krankenhaus, spielten die „Angst-Karte“ aus. Wollen sie es riskieren das ihr Kind nicht lebend auf die Welt kommt?
So eine Geburt muss dann aber wirklich schnell gehen!
Sie müssen zu 100 % machen was die Hebammen/Ärzte sagen, können sie das? Was ist wenn ihr Kind stecken bleibt im Geburtskanal?
Es schien als wäre das alles andere als eine schöne spontane Geburt. Und auf der anderen Seite immer meine Hebamme, die mich motivierte eine spontan Geburt zu versuchen.

Es war das pure Chaos in mir. Ständig liefen die Tränen. Ich redete mit unserem Füchschen und bat sie sich doch bitte zu drehen. Es mir nicht so schwer zu machen. Aber es passierte nichts. Also mussten wir als werdende Eltern die erste große Entscheidung für unser Füchschen treffen…

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